Wein

Rot, weiß oder rosé?

Jeder kann diese drei grundlegenden Weinprodukte an ihren Farben unterscheiden, aber was steckt dahinter?

Rotwein

FlaschenDie Farbe des Rotweins kommt nicht von dem Saft der verwendeten Trauben, der nur sehr wenig Farbstoffe enthält, sondern von den in der Beerenhaut befindlichen Pigmenten, die den Rebfrüchten die gelbliche, rote oder dunkelblaue Farbe geben. Bei der Herstellung von Rotwein werden diese roten Farbstoffe und Gerbstoffe aus der Beerenschale mit verarbeitet - dabei ist die Intensität der Farbe von der Sonneneinstrahlung bei der Fruchtreife abhängig, so dass die deutschen Rotweine einen helleren Ton haben als die aus südlicheren Ländern.
Bei der Rotweinherstellung werden entweder die zerquetschten Beeren (die Maische) direkt vergoren und erst später werden die Bestandteile Schale, Kerne etc. entfernt, oder die Maische wird auf 68-87 Grad Celsius erhitzt, wobei sich die Farb- und Gerbstoffe aus den Schalen lösen. Erst danach wird die Maische gepresst und vergoren. Zudem müssen Rotweine zur Entwicklung ihres Bouquets länger reifen als ein Weißwein.

Roséwein

Obwohl auch der Roséwein ausschließlich aus roten Trauben hergestellt wird, erhält er durch ein anderes Verfahren eine hellere Tönung - er wird "hell gekeltert". Wie bei der Weißweinherstellung wird die Maische zu einem in diesem Fall hellroten Most gepresst - je nachdem, die lange die Maische steht, ist der entstehende Wein heller oder dunkler. Früher galt Rosé als eine Weinart minderer Qualität, da Beeren verwendet wurden, die sich nicht mehr zur Rotweinherstellung eigneten, da sie angefault oder anderweitig beschädigt waren. Die wachsende Beliebtheit des Roséweins hat dazu geführt, dass auch hier heute meist erstklassige Beeren verwendet werden.

Weißwein

Der Saft und auch die Schalen der hellen, grünen und gelben Beeren enthalten nur geringe Mengen an Farbstoffen. Die Beeren werden zerquetscht - früher geschah dies durch echte "Fußarbeit", indem die Beeren in großen Bottichen zerstampft wurden -, dann gesiebt, um die festen Inhaltsstoffe zu entfernen, und schließlich vergoren. Deutsche Weine enthalten oft mehr Säure, da in ihnen zum Abschluß der Gärung keine Milchsäuregärung mehr vorkommt, die einen milderen Wein entstehen lässt.